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Aktuelle Gruppengründungen

Die hier aufgeführten Gruppen befinden sich in der Gründungsphase und suchen weitere MitstreiterInnen. Bei Interesse finden Sie hier unsere Kontaktdaten.

Neue Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte in Warendorf
Raus aus der Isolation

Alexandra Stephan, Gruppengründerin und Christiane Vollmer, Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf

v.l.n.r.: Alexandra Stephan, Gruppengründerin und Christiane Vollmer, Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf

Warendorf, 16.08.2018: Alexandra Stephan weiß, wovon sie spricht. Als Betroffene kennt sie die Tücken des Alltags für Menschen mit einer Hörschädigung. Eine Hörschädigung fällt auf den ersten Blick nicht auf. Je nach Hörverlust tragen viele Betroffene ein Hörgerät oder können bei starkem Hörverlust von den Lippen ablesen. Trotzdem stoßen Betroffene und Nicht-Betroffene immer wieder an ihre Grenzen. Denn wenn es um Kommunikation geht, ist es auch mit Hilfsmitteln nicht immer leicht. Da wird das ganz normale Gespräch, ein Telefonat oder auch der Besuch einer größeren Veranstaltung zu einer Herausforderung. Alexandra Stephan beschreibt: „Telefonieren fällt mir schwer. Ich kann ja die Personen, mit denen ich spreche, nicht sehen. Wenn ich zum Beispiel einen Arzttermin vereinbaren will, muss ich mich hochgradig konzentrieren, dass ich den richtigen Tag und die richtige Uhrzeit verstehe.“

Gefahr des sozialen Rückzugs bei Hörschädigungen

Digitale Medien stellen für Alexandra Stephan eine große Bereicherung dar. Um Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld aufrecht zu erhalten, nutzt Alexandra Stepan insbesondere das Handy- oder E-Mail. Während normale Gespräche mit ein oder zwei Personen für Alexandra Stephan kaum ein Problem darstellen, wird es für sie auf Veranstaltungen oder im Berufsalltag mühsam. Hier erschweren viele Nebengeräusche die Kommunikation: „Es ist anstrengend, einem Gespräch zu zuhören oder selber eins zu führen. Oft bekomme ich nicht alles mit von dem, was gesprochen wird. Ich muss immer wieder nachfragen, und das erschöpft.“ Viele Betroffene reagieren darauf mit einem sozialen Rückzug.

Nicht immer haben Menschen ohne Hörhandicap Verständnis für die Betroffenen oder sind unsicher im Umgang mit ihnen. Wenn beispielsweise eine hörgeschädigte Person von hinten angesprochen wird, bekommt sie oft davon nichts mit und reagiert nicht. Das kann dazu führen, dass der Eindruck entsteht, desinteressiert oder arrogant zu sein. „Oft muss ich mein Nicht-Reagieren kommentieren“, so Alexandra Stephan. Es kommt auch vor, dass Personen ohne Hörverlust ihr Verhalten ändern: Plötzlich sprechen sie lauter, formulieren überdeutlich langsam und in einfachen Sätzen, so als ob ihr Gegenüber nicht nur schlecht hört, sondern auch noch kognitiv eingeschränkt ist.

Erstes Treffen bereits geplant

Dieser Entwicklung möchte Frau Stephan entgegenwirken und hat sich dazu entschlossen, eine Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte in Warendorf zu gründen. Wichtig ist ihr, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und sich auszutauschen, sich über Kommunikationsmöglichkeiten zu informieren und gemeinsam Spaß und Freude zu haben. „So, wie es ein schleichender Prozess ist, bis eine Hörschädigung festgestellt wird, so schleichend ist auch der Prozess, langsam in die Isolation zu gleiten. Mit der Selbsthilfegruppe sollen Hörgeschädigte motiviert werden, wieder am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen“, beschreibt Alexandra Stephan das Ziel der Gruppe.

Das erste Treffen ist bereits für den 13. September 2018 geplant: Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, sich bei Alexandra Stephan unter 0152 59 86 10 18 oder info@deinestaerke-deinweg.de oder bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf unter 02581 46 799 88 oder selbsthilfe-warendorf@oparitaet-nrw.org zu melden.


Neue Selbsthilfegruppe in russischer Sprache
„Miteinander reden – gesund bleiben“

Warendorf, 02.01.2018: Tatjana Derksen weiß, wovon sie spricht. Im Dezember 1990 kam sie mit ihrer Familie aus Kasachstan nach Deutschland. Schon lange engagiert sie sich ehrenamtlich im Verein „Neue Zeiten e. V.“ für russische Migrantinnen und Migranten. Vom orientalischen Tanz bis zur Begleitung Demenzkranker hat sie schon viele Themen angeboten – zum Teil mit weiteren Kooperationspartnern.

Jetzt möchte sie mit Unterstützung der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf eine Selbsthilfegruppe in russischer Sprache gründen. „Es gibt immer noch Spätaussiedler der ersten Generation, die Probleme mit der deutschen Sprache haben“, sagt sie. Diesen Menschen fehlen die sozialen Rollen, die sie von zu Hause traditionell kennen. Einsamkeit ist wiederum keine gute Voraussetzung, seelisch und körperlich gesund zu bleiben. Und für die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe in deutscher Sprache gibt es nicht nur sprachliche, sondern oft auch kulturelle Barrieren.

Hier möchte Tatjana Derksen ansetzen. Zunächst einmal im Monat bietet sie einen Gesprächskreis an, in dem Russisch gesprochen werden soll.
Treffpunkt wird das DRK-Haus in Warendorf an der Südstraße 10. Los geht es am Samstag, 13.01.2018 um 18:00 Uhr.
Bei einer Tasse Tee steht zunächst das gegenseitige Kennen lernen im Vordergrund. Welche Themen im weiteren Verlauf zur Sprache kommen sollen, hängt von den Wünschen der Teilnehmenden ab.

Interessenten werden gebeten, sich vor dem ersten Treffen anzumelden, entweder bei Tatjana Derksen, Tel. 02581 23 85 oder bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf, Tel.: 02581 46 799 88 oder unter selbsthilfe-warendorf@paritaet-nrw.org.

Nachfolgend finden Sie das Einladungsschreiben der Selbsthilfegruppe auch in russicher Sprache. Freundlicherweise übersetzt und zur Verfügung gestellt von Frau Tatjana Derksen:

Für den Inhalt der Datei ist die Selbsthilfegruppe „Miteinander reden – gesund bleiben“ verantwortlich

Foto © Der Paritätische
v.l.n.r.: Irina Kholyavitskaya (Vorstandsmitglied Verein „Neue Zeiten e. V.“), Tatjana Derksen (Gruppengründerin), Christiane Vollmer (Selbsthilfe-Kontaktstelle Kreis Warendorf)

 

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